Susanne Abel – Stay away from Gretchen

Der einfühlsame und abenteuerliche Roman von Susanne Abel hat mich von Anfang an sehr begeistert. Die rührende Geschichte der vierundachtzigjährigen Greta Monderath ist sehr mitreißend und erzählt das Schicksal einer starken Frau, die Höhen und Tiefen erlebt hat:

Greta ist Mitte achtzig und beginnende Demenz überschattet ihr Leben, das sie immer schon unabhängig und frei geführt hat. Sie erinnert sich immer wieder an ihre Kindheit und beginnende Jugend, die sie mit ihrer Familie in Preußisch Eylau verbrachte bis sie während des Zweiten Weltkrieges vor den Russen flüchten mussten. Die Flucht verschlägt die Familie nach Heidelberg, wo Verwandtschaft lebt und sie mehr oder minder aufnimmt. Dort verbringt Greta ihre Jugend und lernt den GI Robert Cooper kennen und lieben. Gretas beginnende Demenz macht ihrem Sohn Tom Monderath, einem bekannten Kölner Nachrichtensprecher, große Sorgen, da sie für sie sehr untypische Dinge unternimmt und sich damit in Gefahr bringt. Tom lebt ein Leben auf der Überholspur und muss durch die neue Situation mit seiner Mutter sein Leben umstellen. Sie öffnet sich ihm immer mehr und erzählt aus ihrer Vergangenheit. Als Tom in den Taschen seiner Mutter ein Foto eines kleinen Mädchens findet, das Marie heißt und Briefe von Greta an Marie findet, wird ihm klar, dass er dem Lebensgeheimnis seiner Mutter auf der Spur ist. Was er herausfindet ist der Schlüssel zur Traurigkeit seiner Mutter, ohne die er sie nicht kennt, aber auch der Schlüssel zum Glück.

Die Geschichte von Greta ist wunderbar erzählt, mit historischen Ereignissen verknüpft und lässt alles sehr lebendig und wirklichkeitsnah wirken. Und besonders schön für mich ist, dass der Roman in Heidelberg und Umgebung spielt, was bei mir gerade um die Ecke liegt.

Susanne Abel

Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe

DTV, ISBN 978-3-423-28259-8

 

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