Raffaella Romagnolo – Dieses ganze Leben

Bücher, die ich auf den Tolino geladen habe, lese ich meistens nachts. So auch ‚Dieses ganze Leben‘ von Raffaella Romagnolo, das mir ganz oft das Wiedereinschlafen erschwert hat, weil es so toll geschrieben ist und ich immer weiterlesen wollte.

Die sechzehnjährige Paola ist in eine sehr reiche italienische Bauunternehmerfamilie hineingeboren und hat so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Doch sie fühlt sich meist dick, hässlich, unbeliebt und unverstanden. Sie hat kaum Freunde und versucht so zu sein wie die anderen Jugendlichen auf ihrer Schule, will einfach dazugehören. Durch ein heimlich gedrehtes Video von ihr, das ihre Mitschüler in den sozialen Netzwerken veröffentlichen, fühlt sie sich in ihrer Meinung über sich bestätigt und gedemütigt, lässt sich aber nichts anmerken, bleibt cool. Auch zu Hause ist die Stimmung eher schlecht, denn von ihrer Mutter ständig zum Abnehmen ermuntert, vom Vater mehr oder weniger ignoriert, leidet Paola unter der Kälte in ihrer Familie. Einzig ihr Bruder Richi, der körperlich beeinträchtigt geboren wurde und im Rollstuhl sitzt, ist ihr großer Halt und Bezugsperson. Ihre gemeinsamen Spaziergänge sind für Beide eine Flucht von Zuhause und führt sie in die benachbarte Sozialbausiedlung, die von der Firma ihrer Familie gebaut wurde und die sie nicht betreten sollen. Dort treffen sie auf Antonio, der ebenfalls mit seinem kleinen Bruder unterwegs ist und lernen sich näher kennen. 

Die Autorin ist eine tolle Erzählerin und man fühlt sich dadurch Paola und ihren Problemen sehr nah. Hat mir richtig gut gefallen!

Raffaella Romagnolo

Dieses ganze Leben

Diogenes Verlag, ISBN 978-3-257-07144-3 

 

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