Judith Hermann – Daheim

Daheim ist ein Wort, das ich sehr gerne mag, denn für mich bedeutet dieses Wort Wohlfühlen an einem Ort, an dem ich am Liebsten bin.

Judith Hermanns neuer Roman heißt ‚Daheim‘ und beschreibt die Geschichte der Ich-Erzählerin, die von ihrem Ehemann Otis getrennt lebt und deren gemeinsame Tochter Ann bereits erwachsen ist und durch die Welt reist. Sie hat sich entschlossen mit 47 ganz neu anzufangen und in den Norden zu ziehen, hat sich ein kleines Haus an der Nordseeküste gemietet und arbeitet in der Kneipe ‚Shell‘, die ihrem Bruder Sascha gehört. Ihre Nachbarin Mimi, die Künstlerin ist und bereits eine Affäre mit Sascha hatte, wird ihre beste Freundin. Mit Mimis Bruder Arild, einem Landwirt mit Schweinemastbetrieb, beginnt sie eine Liebesbeziehung. Doch diese Beziehung bleibt locker und kühl, keiner der Beiden möchte sich richtig öffnen oder verlieben, alles bleibt auf Abstand. Genauso wie die Erzählerin sich das so vornimmt. Das Leben an der Nordseeküste plätschert so dahin und man lernt einige etwas seltsame Menschen kennen, wie zum Beispiel Nike, in die sich Sascha unsterblich verliebt hat. Doch diese Liebe ist einseitig, denn Nike, emotional beschädigt durch die Misshandlung in ihrer Kindheit durch ihre eigene Mutter, lässt sich nicht in eine feste Beziehung mit Sascha ein. Die Erzählerin beginnt sich nach und nach in diesem kleinen Ort am Meer wohl und daheim zu fühlen, obwohl sie nicht vor hat an irgendeinem Ort Wurzeln zu schlagen. Oder vielleicht doch?

Der Roman ist schlicht erzählt, ruhig und faszinierend, man wird von der Erzählerin regelrecht durch ihre Geschichte getragen. Mir hat es super gefallen, so dass ich ganz bald auch Judith Hermanns Roman ‚Sommerhaus, später‘ lesen werde.

Judith Hermann

Daheim

Fischer Verlag, ISBN 978-3-10-397035-7

 

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