Jonathan Franzen – Crossroads

825 Seiten, die mich von Anfang an in die Geschichte der Familie Hildebrandt hineingesogen haben. Als erster Teil einer Trilogie hat Jonathan Franzen den Roman ‚Crossroads‘ Anfang der Siebziger Jahre in einem Vorort von Chicago begonnen. Er erzählt die Geschichte der Familie Hildebrandt, die aus Russ und Marion, den Eltern, und den Kindern Clem, Becky, Perry und Jay besteht. Die Familie ist kurz davor auseinanderzubrechen, da es zu verschieden Konflikten innerhalb der Familie kommt. Russ ist zweiter Pastor der kleinen Gemeinde, in der die Familie lebt, und befindet sich in einer Art Midlifecrisis, denn er hat jegliches Interesse an seiner Frau Marion verloren und hechelt hinter des gerade geschiedenen Gemeindemitglieds Frances her.  Marion hat auch schon an Trennung gedacht, denn sie beginnt mit Hilfe einer Psychologin ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und gerät dadurch in psychische Schieflage. Clem, der älteste Sohn, befindet sich in einer schwierigen Krise, denn er hat sich exmatrikuliert, sich von seiner Freundin getrennt und, für ihn völlig untypisch, freiwillig gemeldet, um in Vietnam zu kämpfen. Eine Entscheidung, die seine Eltern keinesfalls akzeptieren können. Seine jüngere Schwester Becky hat für seine Entscheidung ebenfalls kein Verständnis, lebt sie doch das Leben des beliebtesten Mädchens an der Highschool und ist völlig vernarrt in den Sänger der Schulband. Perry, der Drittgeborene, hat ein massives Drogenproblem und dealt an der Schule, um seine Sucht finanzieren zu können. Alle verbindet Crossroads, eine Jugendgruppe, einstmals gegründet von Russ, die aber von dem coolen und bei den Teenagern sehr angesagten Rick Ambrose geführt wird, der Hassgestalt von Russ. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf und lässt das Leserherz höher schlagen. 

In seinem Roman nimmt Jonathan Franzen verschiedene Themen der Siebziger Jahre wie Vietnamkrieg, Drogenprobleme, Religion und Rassismus auf und verbindet alles mit der Geschichte der Hildebrandts. Die Charaktere sind alle sehr fein herausgearbeitet und man hat das Gefühl bereits alle zu kennen. Jonathan Franzens Schreibstil ist anfangs etwas ungewöhnlich und ich habe mich ertappt, dass ich die Sätze wiederholt lesen musste, aber nach ca. 30 Seiten hatte ich mich wieder eingelesen und konnte nicht mehr aufhören. Ich freue mich so sehr auf die nächsten beiden Romanteile.

Jonathan Franzen

Crossroads

Rowohlt Verlag, ISBN 978-3-498-02008-8

 

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