Joachim Meyerhoff – Hamster im hinteren Stromgebiet

Und dann ist wirklich der fünfte Teil aus der Reihe ‚Alle Toten fliegen hoch‘ erschienen. Ich dachte erst, dass es bei Teil vier bleibt, aber habe mich sehr gefreut, dass es weitergeht.

Es wird dramatisch, denn Joachim Meyerhoff ist einundfünfzigjährig mit einem Schlaganfall in ein Wiener Krankenhaus eingeliefert worden. Der Titel lässt an eine schöne Landschaft mit Gewässer denken, doch gemeint ist der Ort im Gehirn, der hinteres Stromgebiet genannt wird und wo eine verstopfte Arterie zu dem Schlaganfall führte. Joachim Meyerhoff beschreibt wie er den Schlaganfall gespürt und die Folgen der Ausfälle in seinem Körper verarbeitet hat. Dafür benutzt er die ihm eigene Komik, bei der man trotz der beängstigenden Situation oft laut lachen muss. Großartig fand ich die Charaktere der Mitpatienten, die mit ihm auf der Intensivstation lagen und die er unschlagbar beschrieben hat. Natürlich beschreibt sich der Schauspieler auch sehr verletzlich und angeschlagen, von Zukunftsängsten geplagt und immer wieder dankbar für seine Familie. Sehr liebevoll werden seine Beziehung zu seinen Töchtern und deren Mutter,  zu seinem Sohn und zu seiner große Liebe Sophie erwähnt, die sich um ihn sorgen und ihm viel Mut machen in dieser schlimmen Zeit. Trotz dieses tragischen Ereignisses verarbeitet der Autor seine Erlebnisse in diesem Buch und entführt den Leser in ein neues ‚Abenteuer‘ seines bewegten Lebens, das allerdings hier eher in der Gegenwart spielt.

Ich habe das Buch genauso geliebt wie die vier zuvor und wünsche Joachim Meyerhoff eine gute Genesung, viel Gesundheit und Kraft. Vielleicht lässt er uns irgendwann an einem sechsten Roman teilhaben. Ich würde mich sehr freuen!

Joachim Meyerhoff

Hamster im hinteren Stromgebiet

Verlag Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-00024-5

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