Joachim B. Schmidt – Tell

Beim Auspacken der Neuerscheinungen ist mir gleich ‚Tell‘ , der neue Roman von Joachim B. Schmidt, aufgefallen. Schon wegen des Titels, denn  da kam mir doch das kleine gelbe Reclam-Heftchen in den Sinn, aus dem wir im Gymnasium vor mehr oder weniger 35 Jahren Schillers ‚Wilhelm Tell‘ gelesen haben und ich mich doch sehr quälte. Es hat dann noch ein bisschen gedauert, in der Zeit bin ich immer wieder um den Neuheiten-Tisch gekreist, doch dann habe ich zugeschlagen und ‚Tell‘ begonnen. Und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. 

Joachim B. Schmidt hat hier eine Neufassung des Helden mit dem Apfelschuss geschrieben, die einem beim Lesen sehr begeistert. Er beschreibt Wilhelm Tell in verschiedenen Facetten und lässt die Familienmitglieder Tells, sowie verschiedene andere Protagonisten zu Wort kommen. Wilhelm Tell ist nicht gerade ein netter Mensch, eher ein Einzelgänger, Eigenbrötler und ein ewiger schlechtgelaunter Nörgler, der selbst seiner Familie schwer zu schaffen macht. Die kurzen Kapitel sind immer einer Person um Tell gewidmet, die dann den Schweizer Helden und die Geschichte um ihn in ein anderes Licht rückt. Insgesamt sind es zwanzig Personen, die die tragische Geschichte von Wilhelm Tell und seiner Familie erzählen und den Roman zu etwas ganz Besonderem machen. Am Ende ergibt sich eine von allen Seiten klar beleuchtete Geschichte um den Familienvater, Wilderer, freiheitsliebenden Wanderer und gerechtigkeitsliebenden Wilhelm Tell.

Hätte es das Buch schon vor 35 Jahren gegeben, dann hätte ich es parallel zur Lektüre von Schiller gelesen und mir wäre einiges klarer geworden. Ich fand den Roman sehr spannend und besonders, war richtig abgetaucht in die Schweizer Bergwelt.

Danke Joachim B. Schmitt!

Joachim B. Schmidt

Tell

Diogenes Verlag, ISBN 978-3-257-07200-6

 

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