Henning Ahrens – Mitgift

Den neuen Roman von Henning Ahrens ‚Mitgift‘ habe ich sehr schnell lesen können, denn sprachlich und von der Handlung her fand ich ihn großartig. Und auch danach hat mich das Gelesene noch sehr beschäftigt:

Es wird die Familiengeschichte der Leebs erzählt, die über sieben Generationen hinweg einen Gutshof in Niedersachsen bewirtschafteten. Im Mittelpunkt steht Wilhelm Leeb, ein Nazianhänger, der nicht nur als Familienoberhaupt seinen Willen immer durchsetzt. Als er im Zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft gerät und nach dem Krieg fünf Jahre nicht nach Hause kommen kann, übernimmt der Rest seiner Familie, vor allem sein ältester Sohn Willem und seine Frau Käthe, die Führung und Organisation auf dem Hof. Doch als Wilhelm wieder zu Hause auftaucht, haben in seinen Augen alle falsch gewirtschaftet und dem Hof eher geschadet. Er übernimmt wieder mit strenger Hand das Ruder und schikaniert sowohl seine Frau als auch seinen Sohn Willem bis aufs Äußerste, der sich nicht gegen ihn wehren kann. Eine lange Zeit später, im Jahr 1962 wird die Nachbarin Gerda Derking, die die Totenfrau des Dorfes ist, von Wilhelm Leeb auf seinen Hof gerufen und befürchtet das Schlimmste.

Der Familienroman um die Leebs erstreckt sich vom Jahr 1755  bis 1962 und gibt kleine Einblicke in die Generationen zuvor. Hauptsächlich wird aber über die Zeit um den Zweiten Weltkrieg bis Anfang der Sechziger Jahre von Familie Leeb und dem großen Vater-Sohn-Konflikt zwischen Wilhelm und Willem erzählt, der in einer Katastrophe endet. Sehr schnörkellos und realistisch in der Sprache, aber sehr eindringlich beim Lesen! 

Henning Ahrens

Mitgift

Klett-Cotta, ISBN 978-3-608-98414-9

 

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