Andree Hesse – Der Diversant

Das Wort Diversant hatte ich bisher noch nicht gehört und habe es gleich nachgeschlagen:

Diversant [lat.-russ.] der: (bes. DDR) Saboteur; jmd., der Störmanöver gegen den Staat mit Mitteln der Sabotage verübt. Und davon handelt dieser packende, teilweise traurige und nachdenklich machende Roman von Andree Hesse.

Es sind die Nachkriegsjahre im Örtchen Döllnitz, nahe des Buna-Werkes im Osten Deutschlands, in denen der Junge Meiner mit seinen beiden Brüdern aufwächst. Seine Kindheit wird überschattet von der Brutalität und Lieblosigkeit des Vaters, die zwar mit der Trennung der Eltern und dem Wegzug des Vaters und der beiden Brüder aufhört, allerdings abgelöst wird durch einen ebenso ungehobelten und brutalen Stiefvater. Dieser meldet Meiner mit vierzehn Jahren von der Schule ab und beschafft ihm einen Job im benachbarten Buna-Werk. Doch das ist nicht die letzte Arbeitsstelle, denn Meiner bewirbt sich als Grenzsoldat und gelangt nach der Grundausbildung in eine schreckliche Kompanie, von der aus er völlig ungeplant in den Westen flüchtet. Dort angekommen, wird er mit seinem Vater und den Brüdern zusammengeführt, doch geändert hat sich nichts und Meiner flüchtet nach einer unguten Zeit wieder in den Osten. Und nun gilt er als ein Fahnenflüchtiger und ein Volksverräter, ein Diversant. Sein Leidensweg geht weiter…

Der Roman war so packend, aufwühlend und interessant geschrieben, dass ich ihn in einem Rutsch gelesen habe. Dabei war ich anfangs ein bisschen skeptisch, denn die Richtung des Romans ist so gar nicht meine, allerdings hat mich der Autor völlig überzeugt und restlos mitgerissen.

Andree Hesse

Der Diversant

Piper Verlag, ISBN 978-3-8270-1319-4

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